Wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen, die richtigen Finanzentscheidungen treffen und sich eine stabile Zukunft aufbauen – Wirtschaftsbildung ist heutzutage wichtiger denn je. Trotzdem gibt es bei deutschen Schüler:innen oft Wissenslücken, wenn es um wirtschaftliches Grundverständnis geht.
Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl 2025 stellen sich die Fragen: Welche Konzepte bieten Parteien, um Wirtschaftsbildung nachhaltig zu stärken? Welche Schwerpunkte setzen sie dabei? Wir haben für euch in den Wahlprogrammen der Parteien nachgesehen.
CDU/CSU
Bei der CDU/CSU findet man im Wahlprogramm nichts Konkretes zur Wirtschaftsbildung. Jedoch wird durch Aussagen, Taten und durch das Wahlprogramm klar, welche Stellung die Union zum Thema Wirtschaftsbildung einnimmt. Die CDU/CSU ist für eine verstärkte Integration der Wirtschaftsbildung in den Schulalltag. Sie spricht sich für ein eigenes Fach Wirtschaft aus, welches die Partei in NRW und Baden-Württemberg schon eingeführt hat. Somit sollen Schüler:innen schon frühzeitig wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen. Außerdem ist die Union für mehr praxisorientierte Lernformen durch beispielsweise eine enge Kooperation mit Unternehmen und der Wirtschaft.
SPD
Auch bei der SPD findet man nichts Konkretes zur Wirtschaftsbildung. Die Partei spricht sich nicht offen für das Fach Wirtschaft aus. Folglich lässt sich spekulieren, dass die SPD einen eher integrativen Ansatz verfolgt, bei dem Wirtschaftsbildung vor allem in andere Fächer integriert werden soll. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf sozialer Gleichheit. Die SPD möchte es allen Schüler:innen in allen sozialen Schichten ermöglichen, die gleichen Chancen zu haben, grundlegendes Wirtschaftswissen zu erlangen.
Bündnis 90/ Die Grünen
Bei dem Bündnis 90/ Die Grünen findet man auf Seite 35 des Regierungsprogramms und auf der eigenen Website einiges zur Wirtschaftsbildung. Auch die Grünen sprechen sich nicht für ein eigenes Fach Wirtschaft aus. Stattdessen plädieren auch sie für mehr Wirtschaftsbildung, wollen diese allerdings mit Themen wie Nachhaltigkeit und Klimakrise verknüpfen. Schüler:innen sollen auch lernen, welchen Einfluss Unternehmen und Konsument:innen auf den Klimawandel haben. Sie setzen sich ebenfalls stark für eine inklusive und chancengleiche Bildung ein.
FDP
Die FDP äußert sich als einzige Partei sehr deutlich in ihrem Wahlprogramm auf Seite 8 zum Thema Wirtschaftsbildung. Auffällig ist zudem, dass das Thema Bildung als erstes Thema des Wahlprogramms sehr prominent platziert ist. Die Partei spricht sich ganz klar für ein eigenes Fach Wirtschaft aus, welches bundesweit verpflichtend eingeführt werden soll. Außerdem fordert die FDP mehr Raum für wirtschaftliche und finanzielle Bildung. Die Partei betont, wie wichtig eine frühzeitige Wirtschaftsbildung für Schüler:innen ist.
Die Linke
Bei der Linken findet sich nichts Konkretes zur Wirtschaftsbildung. Man kann jedoch darauf spekulieren, welche Einstellung die Partei zur Wirtschaftsbildung hat. Die Partei spricht sich nicht für ein eigenständiges Fach Wirtschaft aus. Die Linke lehnt voraussichtlich eine einseitige Wirtschaftsbildung, welche den Interessen der Unternehmen dient, ab, und fordert eine pluralistische Wirtschaftsbildung. Das bedeutet, dass auch sozialer Ausgleich, Konsumverhalten und gerechter Handel in den Unterricht integriert werden. Außerdem setzt sich die Partei für eine chancengleiche und inklusive Bildung ein.
AfD
Die AfD ist für mehr ökonomische Bildung. Jedoch ist die Partei für eine eher konservative und einfache Vermittlung von Wirtschaftswissen, welche sich vor allem um die Eigenverantwortung und den freien Markt drehen soll. Das soll praxisnäher im Unterricht vermittelt werden, um Schüler:innen besser auf die Arbeitswelt vorzubereiten.
BSW
Das Bündnis Sahra Wagenknecht macht keinerlei Aussagen zu Wirtschaftsbildung in ihrem bisher veröffentlichten Kurzwahlprogramm zur Bundestagswahl.
Die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Wirtschaftsbildung in Deutschland reflektieren die allgemeinen Ansichten der Parteien. Die FDP und die Union sind für eine Einführung des Faches Wirtschaft, das vor allem unternehmerische Fähigkeiten fördern soll. Dieser Ansatz stärkt die Wirtschaftskompetenz der Bevölkerung und fördert berufliche Fähigkeiten von Schüler:innen.
Die SPD, die Grünen und die Linke verfolgen einen Ansatz, bei dem Wirtschaftsbildung zusammen mit ökologischen und sozialen Themen an Schüler:innen vermittelt werden soll. Der Ansatz der Union und der FDP konzentriert sich somit stärker auf die Entwicklung unternehmerischen Potenzials von Schüler:innen steigern, wohingegen die Ansätze von SPD, der Linke und Grünen darüber hinaus das Verantwortungsbewusstsein der Schüler:innen und der Gesellschaft für ökologische und soziale Themen in Zukunft in den Blick nimmt.
Wahlrechtsreform kurz erklärt
Am 23. Februar 2025 wird ein neuer Bundestag gewählt. Die Ampelkoalition hat in der noch laufenden Legislaturperiode eine Wahlrechtsreform auf den Weg gebracht.
Wenn ihr verstehen wollt, wie sich diese auswirkt und wie nun dementsprechend die Sitzverteilung zustande kommt, empfehlen wir euch das passende Video von “Die Sonnenseite der Mathematik”.
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